Bayern – Spät entglitten sind beiden bayerischen Teams in der 1. FBL ihre Heimspiele zum Auftakt der Playdowns. Doch nur für eines hatte das Folgen: Während die Red Hocks Kaufering ein 6:5 gegen Blau-Weiß 96 Schenefeld mit Ach und Krach ins Ziel brachten, liegt der FBC München in der Serie gegen den TV Schriesheim mit 0:1 hinten.
VfL Red Hocks Kaufering vs. Blau-Weiß Schenefeld
Auf Abstiegskampf hatten sich die Red Hocks schon einige Zeit einstellen können, nach Abstiegskampf sah es aus, was beide Mannschaften da lieferten. Viel Wille, wenig spielerischer Glanz, so sah das Gesamtbild aus, bei dessen Entstehung die Gastgeber aber über weite Strecken gekonnter den Pinsel führten.
Zwar nahm der Favorit aus dem hohen Norden schon in der ersten Minute die Einladung an, einen Konter mit dem 0:1 abzuschließen, doch kämpften die Kauferinger sich zurück. Eemeli Ylänen im Nachstochern in Überzahl (10.), Benedikt Föhr per Gegenstoß (15.) und Calli Rieß mit einem haltbaren Distanzschuss in Unterzahl (19.) brachten eine 3:1-Führung in die Pause.
Auch im zweiten Durchgang hatten die Red Hocks das meiste im Griff und dazu noch ein Plus an den insgesamt wenigen klaren Chancen auf ihrer Seite – dass es die im ein oder anderen Eins-gegen-Eins-Duell bisweilen hart an der Grenze der Sportlichkeit agierenden Schenefelder waren, die den einzigen Treffer des Drittels erzielen konnten und damit verkürzten, mussten sich die Hausherren selbst ankreiden.
Der Schlussabschnitt lief dann einige Zeit wie am Schnürchen aus Sicht der Lechfloorballer: Juho Laakso (49.) haute einen Querpass von Calli Rieß in die Maschen, danach verwerteten Daniel Wipfler aus mittiger Position vor dem Tor (51.) und erneut Laakso per Distanzkracher (52.) in kurzer Abfolge zwei Überzahlgelegenheiten.
Dann aber gerieten die bis dahin so sattelfesten Kauferinger ins Wanken. Ein Schenefelder Powerplay führte rasch zum 6:3 (56.), anschließend hatte zweimal dieselbe Masche Erfolg: Querpass, Direktabnahme, Tor. Die Red Hocks fanden überhaupt keine Entlastung mehr und beinahe wäre auch noch ein weiteres Tor nach dem mittlerweile bekannten Schema gefallen, dann aber war Schluss.
FBC München vs. TV Schriesheim
FBC-Spielertrainer Julian Rüger hatte es kommen sehen: Die Chancenverwertung bringt seine Münchener immer wieder in Nöte. „Nach dem zweiten Drittel liegen wir nach Abschlüssen 55:25 vorne“, schildert er. Der Zwischenstand zu diesem Zeitpunkt lautete allerdings nur 3:2, nachdem Federico Vanoni (8.) und Torben Kleinhans mit einem schönen Schlagschuss (15.) jeweils für ihr Team vorgelegt hatten und Luis Rüger spät im zweiten Drittel (40.) erneut zur Führung traf.
Dennoch: Weil sein eigenes Team offensiv einen hohen Aufwand betreiben muss, um die spielerischen Vorteile in Zählbares umzumünzen, reichten auch gegen Schriesheim schon wenige Gegentore, um ins Nervenflattern zu kommen, so Julian Rüger. „ „Dabei haben wir eigentlich wenig zugelassen, hatten bis zum Schluss eigentlich alles unter Kontrolle.“ Doch ein „fahrlässiges Backchecking“ vor dem 1:1 sowie ein „Freischlag aus einem Nuller-Winkel“ zum 2:2 gepaart mit der mangelhaften eigenen Durchschlagskraft reichten, um Schriesheim im Spiel zu halten.
Zwanzig Sekunden vor dem Ende schlug es dann erneut zum Ausgleich ein. „Wieder ein Zufallsprodukt“, hadert Rüger. Dass dann in der Verlängerung auch noch ein weiterer Abpraller den Weg direkt vor das Münchener Tor fand und den 0:1-Serienrückstand besiegelte, passte ins Bild.
Weiter geht es für die beiden bayerischen Erstligisten am kommenden Wochenende auswärts mit den Spielen zwei und gegebenenfalls drei der Serie.