München – Jetzt geht’s schnell: Gerade erst sind die Titelträger in der jeweiligen Regionalliga Bayern und Baden-Württemberg ermittelt, da wartet schon das finale Rennen um süddeutsche Meisterehren. Am morgigen Samstag, 22. März geht es auf dem Bildungscampus Riem (Paul-Wassermann-Straße 16 in München) zur Sache. Nachdem Gastgeber FBC München 2 um 13 Uhr den neuen und alten baden-württembergischen Champion, die PTSV United Lakers Konstanz, fordert, folgt um 16 Uhr das Duell zwischen den Red Hocks Kaufering 2 und den TSV Calw Lions. Tags darauf geht es um 10 Uhr um Bronze und um 13 Uhr um Gold.
Servus Lukas, die letzten zwei Süddeutschen Meisterschaften 2023 und 2024 endeten mit einem Titelgewinn des Gastgebers. Setzt Ihr diese Serie fort?
Lukas Cordes (Kapitän FBC München 2): „Unser Ziel für diese Saison war es, uns für die Süddeutsche Meisterschaft zu qualifizieren – das haben wir geschafft und freuen uns, dieses Turnier ausrichten zu dürfen. Jetzt wollen wir Süddeutscher Meister werden, gut spielen und uns, falls es zu einem erneuten Aufeinandertreffen kommt, gegen Kaufering revanchieren.“
Die Red Hocks haben Euch den bayerischen Titel weggeschnappt. Dennoch seid Ihr mit der drittbesten Offensive der floorballshop.com Regionalliga Bayern und der zweitsichersten Defensive mit einigem Vorsprung als Vize ins Ziel gekommen. Eine starke Saison, insbesondere im Vergleich mit den Spielzeiten zuvor, oder?
Cordes: „Dennoch sind wir nicht ganz zufrieden mit unserer Leistung, da unsere Saison von Höhen und Tiefen geprägt war und wir einige durchwachsene Spiele hatten. Besonders bitter war eben diese Niederlage gegen Kaufering im Spiel um die Bayerische Meisterschaft, als wir eine 3:0-Führung nicht ins Ziel bringen konnten. Gleichzeitig hat uns das aber auch gezeigt, dass wir uns in der Regionalliga vor keinem Gegner mehr verstecken müssen – das sah vor ein paar Jahren noch ganz anders aus.“
Die United Lakers aus Konstanz ihrerseits sind äußerst beständig das Maß aller Dinge in Baden-Württemberg. Dritter Titel in Serie, dabei erneut die besten Werte vorne wie hinten. Damit kann man zufrieden sein.
Janik Loosli und Felix Kinder (Spielertrainer Konstanz): „Ja, insgesamt sind wir mit unserer bisherigen Saisonleistung sehr zufrieden. Trotz einiger Partien, in denen wir nicht auf unseren vollständigen Kader zurückgreifen konnten, haben wir unser Saisonziel erreicht und uns erneut für die Süddeutsche Meisterschaft qualifiziert. Vor allen Dingen sei erwähnt, dass wir unseren recht dünnen Kader mit zwei jungen und unerfahrenen Spielern ergänzen konnten, welche jedes Spiel große Fortschritte machen. Besonders in entscheidenden Momenten haben wir Charakter und Reife bewiesen, was uns Siege gegen starke Gegner wie Karlsruhe und Calw ermöglichte.“

Das wird auch an diesem Wochenende gefordert sein. Was nehmt Ihr Euch vor?
Loosli und Kinder: „Die Qualifikation für die Süddeutsche Meisterschaft war eines unserer Hauptziele – ein Ziel, das wir bereits zwei Spieltage vor Saisonende erreicht haben. Die Teams aus Bayern schätzen wir als äußerst stark ein, was sich auch in den vergangenen Jahren immer wieder gezeigt hat. Im Ländervergleich hatte Bayern meist die Nase vorn, weshalb wir uns auf ein hart umkämpftes Halbfinale einstellen. Konkrete Zielsetzungen formulieren wir bewusst zurückhaltend. Als Trainerteam ist es uns vor allem wichtig, dass wir als Mannschaft unser volles Potenzial abrufen. Sollte uns dies gelingen und der Finaleinzug am Ende stehen, wäre das ein großer Erfolg. Wir werden den Fokus auf eine geschlossene und stabile Defensive legen. Aus dieser heraus werden wir versuchen nach vorn Akzente zu setzen. Einige Ligaspiele haben gezeigt, dass das Team bereit ist mit einer hohen Einsatzbereitschaft und viel Willen über sich hinaus zu wachsen. Diese Einstellung werden wir an das Turnier mitbringen.“
Blicken wir mal aufs andere Halbfinale um 16 Uhr. Dort stehen sich Calw und Kaufering gegenüber. Wie bewertet Ihr jeweils Euren bisherigen Saisonverlauf? Und wie sind die Gedanken in Richtung Süddeutsche Meisterschaft?
Tom Richardon (Trainer VfL Red Hocks Kaufering 2): „Wie in der vorangegangenen Saison auch gab es natürlich auch diesmal personelle Veränderungen, manche Spieler standen leider nicht mehr zur Verfügung, weil sie ihre Laufbahn beendet haben oder in unsere erste Mannschaft gewechselt sind. Trotzdem haben wir es geschafft, nach dem ein oder anderen Ausrutscher unsere Stabilität wiederherzustellen und als ‚neues‘ Team auch durch manchen Neuzugang oder Rückkehrer mit erstarkter Basis die Saison zu meistern. Ein festes Ziel für die Süddeutsche Meisterschaft haben wir nicht ausgegeben, allerdings wollen wir in jedem Wettbewerb natürlich den Titel verteidigen. Es wäre natürlich schon ein besonderes Erlebnis, wenn wir auch die Süddeutsche auf Platz eins beenden könnten. Wir werden in jedem Spiel alles geben und gehen das Ganze genauso ernsthaft und souverän an, werden uns selbst aber nicht zu viel Druck machen.“
Frank Reuschling (Spielertrainer Calw Lions): „Nach unserer freiwilligen Abmeldung aus der 2. FBL war es für uns nach drei Jahren die erste Saison mit alten Bekannten. Es hat uns gefreut wieder gegen regionale Gegner anzutreten und auch unsere Erfahrung aus der 2. Liga mitzubringen. Im Großen und Ganzen blicken wir auf eine erfolgreiche Saison mit einem ungefährdeten zweiten Platz zurück. Das ein oder andere holprige Spiel konnten wir am Ende für uns entscheiden und uns mit neun Siegen aus zehn Spielen punktgleich mit Konstanz für die süddeutschen Meisterschaften qualifizieren. Besonders freut uns die Einbindung unserer Jugendspieler, die einen tollen Job gemacht und einen großen Beitrag zu dieser Saison geleistet haben. Für das Wochenende haben wir uns natürlich vorgenommen alles zu geben und so weit wie möglich zu kommen.“

In den Halbfinalspielen treten ligaübergreifend jeweils Erster und Zweiter gegeneinander an, tags darauf steigt dann das Finale. Insbesondere der Samstag hat den Charme, dass es gegen ein Team geht, dessen Stärken und Schwächen erst im Spielverlauf so richtig entschlüsselt werden können. Was wisst Ihr schon jetzt vorab über die anderen Mannschaften?
Cordes: „Calw und Konstanz können wir nur schwer einschätzen, da es unsere erste Süddeutsche Meisterschaft in jüngerer Zeit ist und wir kaum Erfahrung mit Teams aus Baden-Württemberg haben. Wir erwarten aber ein schweres Spiel, egal, auf wen wir treffen, und sind gespannt, ob sie sich im Vergleich zum letzten Jahr weiterentwickelt haben. Kaufering kennen wir hingegen sehr gut. Sie sind erfahrungsgemäß die Mannschaft, die es zu schlagen gilt, das haben sie auch bei den letzten Süddeutschen Meisterschaften immer wieder bewiesen.“
Loosli/Kinder: „Bereits in der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass das Niveau der Regionalliga Bayern etwas über dem in Baden-Württemberg liegt. Vergangenes Jahr standen wir im Finale den Red Hocks Kaufering gegenüber, die mit einem breiten Kader und bundesligaerfahrenen Spielern wie Maximilian Falkenberger und Marco Tobisch einen deutlichen Sieg einfahren konnten. Unseren Informationen zufolge hat sich an der Zusammensetzung des Kauferinger Teams wenig verändert, weshalb wir erneut mit einem starken Auftritt rechnen. Der FBC München ist für uns eine unbekannte Mannschaft, doch ein Blick auf die Tabelle der Regionalliga Bayern zeigt, dass sowohl die Red Hocks als auch der FBC München die Liga dominiert haben. Wir gehen daher davon aus, dass uns auch das Team aus München vor große Herausforderungen stellen wird. Die TSV Calw Lions kennen wir bereits aus dem Ligabetrieb. Obwohl wir im Ligavergleich einen Sieg einfahren konnten, sollten wir dieses Team auf gar keinen Fall unterschätzen. Die Calwer haben des Öfteren gezeigt, dass sie mit einem sehr homogenen Team und einem großen und erfahrenen Kader gutes Floorball spielen können.“


Reuschling: „Die Red Hocks 2 sind ein altbekannter Gegner aus den letzten Jahren im Pokal, mit guten wie auch schlechten Erfahrungen. Letzte Saison scheiterten wir mit 4:7 in der zweiten Pokalrunde und im Jahr davor ging die Partie im Pokal mit 7:4 an uns, also steht es hier aktuell unentschieden. Besonders im Auge müssen wir natürlich die ehemaligen Bundesligaspieler rund um Marco Tobisch haben, die dem Team durch ihre Erfahrung eine große Stärke verleihen. Wir freuen uns auf ein hartes und spannendes Halbfinale. Konstanz ist aus unserer Liga und wir konnten uns im ersten Spiel leider nicht durchsetzen. Das Rückspiel wurde aufgrund der Absage von Konstanz für uns forfait gewertet, somit haben wir hier noch eine Rechnung offen, falls wir auf sie treffen. München 2 ist für uns eher ein unbekannter aber nicht zu unterschätzender Gegner. Durch ein ebenfalls in der 1. FBL vertretenes Team werden sie von Erfahrung und Qualität profitieren und haben ebenso eine gute Saison gespielt.“
Richardon: „Wir haben bereits mehrfach gegen Calw gespielt, diese Spiele waren immer intensiv und sehr spannend, darum freuen wir uns, dass es ein neues Aufeinandertreffen gibt. Der FBC ist immer gut drauf, das hat das letzte Spiel gegeneinander gezeigt und mit Konstanz kommt noch unser Gegner der Süddeutschen Meisterschaft vom letzten Jahr – auch die Lakers wissen, wo das Tor steht. Wir freuen uns auf die Aufeinandertreffen und werden natürlich in diesen, bestimmt heiß umkämpften, Spielen alles geben.“

Jetzt steigt also das große Saisonhighlight für Süddeutschlands Regionalligisten – habt Ihr jeweils die komplette Truppe am Start?
Cordes: „Da am gleichen Wochenende das Playdown-Finale der 1. FBL zwischen München und Kaufering stattfindet, müssen wir voraussichtlich auf einige starke Spieler verzichten. Dennoch bin ich überzeugt, dass wir auch ohne Vollbesetzung ein starkes Team haben und gute Chancen haben, weit zu kommen.“
Loosli/Kinder: „Leider müssen wir zur Süddeutschen Meisterschaft auf drei zentrale Leistungsträger verzichten, was sowohl unser Spiel mit als auch ohne Ball beeinflussen wird. Dadurch verfügt unser Kader über weniger Erfahrung als in den vergangenen Jahren. Es liegt jetzt an den jüngeren und vergleichsweise unerfahreneren Spielern Verantwortung auf dem Feld zu übernehmen. Wir sind überzeugt, dass wir mit einer geschlossenen Teamleistung unsere Gegner vor Herausforderungen stellen können.“
Reuschling: „Wir freuen uns hier mit allen Spielern anreisen zu können, sowohl unsere Herren als auch die neu mit dazugekommenen Jugendspieler.“
Richardon: „Aktuell sind alle fit und können am Trainingsbetrieb teilnehmen, sodass wir mit einem starken Kader antreten werden.“